Liebe Besucherin, lieber Besucher!

Ich begrüße Sie ganz herzlich auf dieser Website. Sie haben diese Adresse sicherlich aufgerufen, weil Sie sich über die Situation in Ahaus informieren wollen.

Sie wissen, dass Ahaus seit langer Zeit ein großes Problem hat: das Atomzwischenlager. In diesem - in unmittelbarer Nähe des Ortes angesiedelten - Lager werden seit Jahren radioaktive Brennelemente aus Atomkraftwerken in Castorbehältern aufbewahrt.

Der Widerstand gegen dieses Lager hat bereits eine lange Tradition.

Seit dem 24. Juni 1997 erhält dieser Widerstand jedoch eine neue Qualität. Der Pfarrgemeinderat der Ahauser Kirchengemeinde "St. Mariä-Himmelfahrt" hat nach intensiver Auseinandersetzung mit den Problemen der Atomenergie mit einem Positionspapier einstimmig und eindeutig Stellung bezogen.

Diese Initiative ist von sehr vielen Christen der Gemeinde begrüßt worden, hat jedoch aber auch zu einigem Widerspruch geführt.

Diese Seiten wollen über die intensiv geführte und andauernde Diskussion informieren. Der Anlass dazu war das folgende Positionspapier des Pfarrgemeinderats ...

Christen und Atomenergie

Christen suchen nach einer verantwortlichen Haltung zur Atomenergie, denn dabei sind Fragen der Schöpfung, des Lebens und der Zukunft berührt. Mit Respekt vor den Christen, die die friedliche Nutzung von Atomenergie für verantwortbar und die Risiken für vertretbar halten, bezieht, der Pfarrgemeinderat folgende Position:

1. Unsere Gesellschaft leistet sich einen Energieverbrauch, den sie sich verantwortlich nicht leisten kann.

2. Politische Entscheidungen der Vergangenheit waren eine Antwort auf die Bedürfnisse von Menschen, die "immer mehr" wollten: Energie, Wohlstand, Konsum ...

3. Atomenergie ist - wegen der unvergleichbar schweren Folgen eines Unfalls - nur verantwortbar, wenn Herstellung, Betrieb und Entsorgung technisch absolut sicher sind. Absolut sichere Technik kann es nicht geben. Technik liegt immer in Menschenhand: Politische und menschliche Konstellationen können sich so verändern, daß die Sicherheitsgarantien gegenstandslos werden.

4. Atomenergie ist - wegen vieler ernstzunehmender Ängste - gesamtgesellschaftlich nicht konsensfähig.

5. Der - selbstverständlich gewaltfreie - Widerstand gegen das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus will deutlich machen: Der Ausstieg aus der Atomenergie muß nachdrücklich betrieben werden.

6. Unsere Generation hat die Verantwortung zu übemehmen für politische und gesellschaftliche Entscheidungen der Vergangenheit; anfallender Atommüll muß also gelagert werden.

7. Die ungeliebte, gefährliche Lagerung des Atommülls darf nicht einfach in andere Gemeinden, Landschaften oder Länder abgeschoben und auch nicht auf Städte wie Ahaus konzentriert werden.

8. Alternativen zu überlegen ist Sache der Politik, der Industrie und der Wissenschaft; ein verantworteter Umgang mit Energie ist Sache aller.

einstimmig beschlossen am 24. Juni 1997
Kath. Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Ahaus - Der Pfarrgemeinderat

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