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Ahaus - ausgesprochen radioaktiv



21.04.2016

Mahnwache 30 Jahre nach Tschernobyl

KFD fordert die weltweite Abschaltung aller Atomanlagen


KFD Mahnwache 30 Jahre Tschernobyl, fünf Jahre Fukushima: Mechthild Harpering, Mechthild
Jeschar, Ursula Niermann (v. l.) bei den Vorbereitungen
Foto: Christiane Nitsche

AHAUS Die Aufmerksamkeit hat nachgelassen, die Gefahr, die von radioaktiver Strahlung ausgeht, bleibt. Spätestens seit der Verkündung des Atomausstiegs Deutschlands finden Veranstaltungen von Atomkraftgegnern weniger Zulauf. Zu Unrecht, wie die Frauen von der KFD im Kreisdekanat glauben. Sie halten am Sonntag eine Mahnwache zum Gedenken an die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ab.

Das Gedächtnis des Menschen ist kurz - eine Binsenweisheit, die im Zusammenhang mit radioaktiver Strahlung und den Schäden, die sie verursachen kann, nachdenklich macht. "Die Stimmung ist heute so, dass die Leute denken, es ist alles in Ordnung", hat Mechthild Jeschar beobachtet. Mit der Verkündung des Atomausstiegs durch die Bundesregierung infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima sei so etwas wie "Gleichgültigkeit" gegenüber dem Thema entstanden, wie Mechthild Harpering es nennt. "In den 80er-Jahren war es leichter, das Thema lebendig zu halten", stimmt Mechthild Jeschar zu.

Gemeinsam mit Ursula Niermann sind die beiden Frauen aus dem Arbeitskreis "Bewahrung der Schöpfung" der KFD zum Gespräch in die Redaktion der Münsterland Zeitung gekommen, um zu erklären, warum sie immer noch mit einer Mahnwache "für eine weltweite Abschaltung aller Atomanlagen" eintreten.

Thema nicht erledigt

Das Thema sei keineswegs erledigt, glauben sie. Und sie sehen sich damit nicht allein. Mit im Arbeitskreis sitzen die Bocholterin Elvi Terwege, Gertrud Roth aus Stadtlohn und Rita Beiring aus Borken. Alle sind seit Jahren dabei. "Die KFD hat schon 1987 Stellung bezogen", erklärt Ursula Niermann. In einem dicken Aktenordner mit Flugblättern und Zeitungsausschnitten sucht sie den damals veröffentlichten Text.
Im Kapitel "Schutz des Lebens" des damaligen Orientierungs- und Arbeitsprogramms der KFD hieß es dort bereits: "Informationen sind häufig widersprüchlich; sicher ist, dass ein Risiko bleibt." Die Forderung damals: "die zeitliche Begrenzung von Kernenergie". 2010 forderte der Diözesanverband den Ausstieg.

Fünfte Mahnwache

Die Mahnwache zum Gedenken an die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Titel: "Wir erinnern, beklagen und mahnen". Beide Orte stünden "dafür, dass trotz aller Sicherheitsvorkehrungen furchtbare Katastrophen mit unvorstellbaren Nachwirkungen für Mensch und Umwelt nicht verhindert werden können", heißt es in der Ankündigung der KFD-Frauen. "Wir wollen das Thema lebendig halten", erklärt Ursula Niermann. Und Mechthild Jeschar fügt hinzu: "Wir wollen Mut und Kraft geben, weiterzukämpfen." Die Mahnwache mit Wortgottesdienst, Musik und Aufstellung von 30 symbolischen Kreuzen für Tschernobyl und fünf für Fukushima findet statt am Sonntag, 24. April, um 13.30 Uhr am Mahner auf dem Markt neben der Kirche St. Mariä Himmelfahrt.

Zwei Katastrophen

30 Jahre ist es fast auf den Tag genau her, dass im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine Block 4 des Kraftwerks explodierte: Am 26. April 1986 wurden binnen weniger Tage laut Wikipedia "mehrere Trillionen Becquerel" an Radioaktivität freigesetzt. In Fukushima begann im Kernkraftwerk Daiichi am 11. März 2011 eine Serie von Unfällen in vier von sechs Reaktorblöcken, ausgelöst durch ein Erdbeben. Sie wurde von der Atomaufsichtsbehörde mit Höchststufe 7, als "katastrophaler Unfall" bewertet.

Münsterland-Zeitung, 21.04.2016


BI "Kein Atommüll nach Ahaus" - Infos

Wer weitere Informationen über die Bürgerinitiative erhalten, oder wer der BI hilfreich unter die Arme greifen möchte, der kann sich unter folgender Telefonnummer an das Ahauser Büro wenden: 0 25 61/96 17 99.

Auch im Internet gibt es unter den Adressen www.bi-ahaus.de und www.x-ahaus.de weitere Infos. EMail-Adresse: mail@bi-ahaus.de

Das Spendenkonto der Bürgerinittative lautet: Sparkasse Westmünsterland, BLZ: 401 545 30, Kto.-Nr: 59 683 615.

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